Autor Thema: Ein Vater und sein behinderter Sohn wandern mit dem Rollstuhl durch Deutschland  (Gelesen 1878 mal)

Offline Thomas Beßen

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"Ein alleinerziehender Vater und sein an den Rollstuhl gefesselter Sohn wandern von Flensburg zum Bodensee. Mit der Aktion wollen sie auf die Probleme von Familien mit behinderten Kindern aufmerksam machen. Gestern machten die Wanderer in Kalbach Halt.

Eigentlich dürfte Arnold Schnittger nicht in Frankfurt sein. Als Hartz-4-Empfänger muss er die Behörden bei einem längeren Ortswechsel informieren.

Trotzdem ist Schnittger derzeit unterwegs. Die Behörden ignoriert er so, wie diese seiner Ansicht nach sein Schicksal und das Schicksal tausender Familien in Deutschland ignorieren.

Schnittgers Sohn Nico (18) leidet an infantiler Zerebralparese. Er ist also körperlich und geistig behindert und an den Rollstuhl gefesselt. Das Leben von Vater und Sohn ist von Entbehrungen geprägt. Auf gemeinsame Abenteuer möchten die beiden jedoch nicht verzichten, zumal sie damit auch auf ihre Lage aufmerksam machen.

Start in Flensburg

Seit über einem Monat befinden sich die beiden auf Wanderschaft durch Deutschland. Am 19. Juli startete die Reise in Flensburg. Enden soll sie am 11. September am Bodensee. „Wir wollen darauf hinweisen, wie wenig Unterstützung und Wertschätzung Familien wie unsere von Staat und Politik bekommen“, sagt der Vater.

Arnold Schnittger arbeitete bis zur Geburt seines Sohnes als freier Fotograf. Weil Nico gepflegt werden musste, war Schnittger aber gezwungen, seinen Beruf aufzugeben. Letztlich musste er Hartz 4 beantragen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Derzeit erhält er monatlich 584 Euro an staatlicher Unterstützung sowie 700 Euro Pflegegeld. „Für ein menschenwürdiges Leben reicht dies jedoch nicht.

Und wenn ich meinen Sohn in ein Pflegeheim geben würde, müsste ich monatlich 6000 Euro bezahlen“, berichtet Schnittger. Er fordert daher, dass der Staat das Pflegegeld für pflegende Angehörige wie ihn anpasst. Ein Großteil der Zuwendungen gebe er für das für seinen Sohn umgebaute Auto sowie für Therapien aus. Zum Leben bleibe ihm nur der Hartz-4-Regelsatz. ..."


Quelle & mehr: http://www.fnp.de bzw. http://www.fnp.de/rhein-main/frankfurt/Mit-dem-Rollstuhl-durch-Deutschland;art675,609609

Siehe auch http://www.nicosfarm.eu

Früh grüßt Thomas Beßen
Wer heute krank ist, muss kerngesund sein.